Wildverbiss im Wald: Wie Schaffett junge Bäume schützen soll
Eine neue Waldgeneration ist gepflanzt, doch ausgerechnet die gewünschten Mischbaumarten werden verbissen.
Für Waldbesitzer ist das mehr als ein Schönheitsfehler: Wenn empfindlichere Baumarten immer wieder zurückbleiben, verändert sich die Zusammensetzung des künftigen Bestands.
Ein Zaun ist eine mögliche Schutzmaßnahme. Er verursacht allerdings Kosten für Aufbau, Kontrolle und Unterhaltung. Eine Alternative ist die Behandlung einzelner Pflanzen mit einem Wildvergrämungsmittel.
Geruch und Geschmack statt Barriere
Im Fachbeitrag in FESTMETER 03/2026 stellt Holger Witte von Kwizda Agro das Mittel Trico vor. Sein Wirkstoff ist Schaffett. Der für wiederkäuendes Schalenwild unangenehme Geruch und Geschmack soll die behandelten Pflanzenteile vor Verbiss schützen. Ein weißer mineralischer Farbstoff macht sichtbar, welche Pflanzen bereits behandelt wurden.
Anders als ein Zaun sperrt dieses Verfahren keine ganze Fläche ab. Behandelt werden gezielt die gefährdeten Pflanzen beziehungsweise Triebe. Das macht den Ansatz auch für Naturverjüngung interessant.
Der Zeitpunkt entscheidet mit
Der Beitrag nennt Herbstbehandlungen für den Winterverbissschutz. Ob zusätzlich eine Behandlung im Frühjahr beziehungsweise Sommer erforderlich ist, hängt unter anderem von Austrieb und Verbissdruck ab. Wichtig sind trockene Pflanzenteile und ausreichend Zeit zum Antrocknen: Ein Mittel, das unmittelbar wieder abgewaschen wird, kann seinen Zweck nicht erfüllen.
Welches Verfahren zum eigenen Wald passt, hängt von Fläche, Pflanzenzahl, Wilddruck und verfügbarem Arbeitsaufwand ab. Einzelschutz gehört deshalb in ein Gesamtkonzept aus Waldentwicklung und Jagd.
Die konkrete Anwendung richtet sich nach der aktuellen Zulassung und Gebrauchsanweisung. Der Fachbeitrag mit weiteren Einzelheiten steht in >> FESTMETER 03/2026.